Zahlreiche Ideen für Steinbach
Der neue Ortsvorsteher Andreas Rupp hat einige langfristige Ziele im Blick – Treffpunkt für Jugendliche und Tempo 30 im Ort
In den beiden Legislaturperioden zuvor war Andreas Rupp Stellvertreter des Steinbacher Ortsvorstehers Martin Holzwarth. Seit dem vergangenen Monat hat er das Amt selbst übernommen. Der 49-Jährige will gemeinsam mit dem Ortschaftsrat eine Verkehrsberuhigung der Ortsmitte anstreben, einen Treffpunkt für Jugendliche installieren und die Dorfgemeinschaft stärken.

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Andreas Rupp ist in Steinbach aufgewachsen. Er kennt die Probleme im Stadtteil und will diese als neuer Ortsvorsteher gemeinsam mit dem Ortschaftsrat angehen. Foto: J. Fiedler
Von Lorena Greppo
BACKNANG. In Steinbach kennt man sich. Als klar war, dass der langjährige Ortsvorsteher Martin Holzwarth das Amt nicht noch einmal übernehmen würde, wurde deshalb schon im Vorfeld der Kommunalwahlen sondiert. Dass nun Andreas Rupp sein Nachfolger wurde, war deshalb für die meisten wohl wenig überraschend. „Vor fünf Jahren wäre das für mich noch nicht infrage gekommen“, sagt der. Zu viel habe er da um die Ohren gehabt. Und auch als im Herbst die ersten Gespräch diesbezüglich geführt wurden, habe er sich zuerst Meinungen eingeholt, den Zeitaufwand abgewogen, bevor er sich für eine Kandidatur entschied. „Es stehen überwiegend Termine mit Vorlauf an, die kann man gut einplanen“, weiß Rupp. Zudem zählt er auf seine Gremiumskollegen im Ortschaftsrat. Drei „alte Hasen“ und fünf Neueinsteiger bilden den neuen Ortschaftsrat – laut Rupp eine gute Mischung. „Wir haben uns verjüngt und einige Kollegen sprudeln so richtig vor Ideen.“ Er freue sich daher auf die kommenden fünf Jahre, auch wenn sich Rupp darüber im Klaren ist, dass sich nicht alles im Handumdrehen umsetzen lässt.
Tempo 30 für die Oberbrüdener Straße gefordert
Der 49-jährige Fahrlehrer ist in Steinbach aufgewachsen, kennt sich aus. Er weiß, woran es im Stadtteil noch fehlt. „Schon seit vielen Jahren reden wir darüber, dass es keinen Platz gibt, an dem sich Jugendliche ungezwungen treffen können“, sagt der neue Ortsvorsteher. Früher habe es am Wald einen Grillplatz gegeben, seit dieser aber abgerissen wurde, hätten die jungen Steinbacher keinen Anlaufpunkt. Eine Idee sei, einen solchen Platz mit einer Campingmöglichkeit am Äpple-Rundweg zu kombinieren. Bisher sei man aber noch lange nicht so weit, Nägel mit Köpfen zu machen. „Wir müssen bei solchen Vorhaben die Bürger mit ins Boot nehmen“, sagt Rupp. Denn schon beim alten Grillplatz habe es öfters Beschwerden wegen des Lärms gegeben.
Ein weiteres langwieriges Unterfangen ist in Steinbach der Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung. Nach wie vor darf auf der Oberbrüdener Straße nämlich 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden – den Steinbachern ist das ein Dorn im Auge. „Schon zweimal haben wir über das Regierungspräsidium Stuttgart versucht, Tempo 30 zu erwirken“, erzählt Rupp. Bisher ohne Erfolg. „Wir sind dennoch guter Dinge, dass wir das noch hinbekommen.“ Denn die Straße beschreibt in der Ortsmitte eine größere Kurve, wird dadurch weniger übersichtlich. Zudem gebe es viele gefährliche Ausfahrten. Als Fahrlehrer weiß der 49-Jährige, wie es auf den Straßen zugeht. „Dass wir dazu aufrufen, freiwillig 30 zu fahren, hilft nicht. Es muss verbindlich sein und kontrolliert werden.“ Immer wieder gebe es auf der Oberbrüdener Straße Unfälle. Diese endeten zwar bisher meistens vergleichsweise glimpflich – also ohne dass jemand ernsthaft verletzt wurde –, aber „da muss man doch nicht so lange warten, bis es heftige Folgen hat“. Um die Sicherheit der Bürger zu erhöhen, solle auch der Zebrastreifen beleuchtet werden. „Der ist hoch frequentiert, aber viele Autofahrer halten nicht.“
Nicht nur auf, sondern auch neben der Straße soll sich etwas tun. Der neue Ortschaftsrat will die Sanierung der Fußwege vorantreiben. Hierfür soll eine Begehung zusammen mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung organisiert werden. Im Nachgang werde eine Prioritätenliste erstellt, die dann Schritt für Schritt abgearbeitet werden soll. Rupp ist jedoch klar, dass auch das eher zu den längerfristigen Zielen des Gremiums gehören wird – genauso wie eine mögliche Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses und die Sanierung des Rathauses.
Das besondere Miteinander im Ort weiter stärken
Dass manch gutes Ding Weile haben will, stört den 49-Jährigen nicht. „Ich bin nicht der Typ, der sich unnötig aufregt“, sagt er über sich. „Nach der Sommerpause wollen wir im Ortschaftsrat uns zusammensetzen, Ideen sammeln und uns überlegen, wie wir die Dinge angehen“, erklärt er. Für die verschiedenen längerfristigen Vorhaben werde dann ein Plan erstellt. „Wir können zwar im Ortschaftsrat einiges bewegen, aber eben im Rahmen unserer Möglichkeiten“, schränkt Rupp ein. Bei vielen Vorhaben gelte es, die Stadtverwaltung und womöglich auch den Backnanger Gemeinderat mit an Bord zu holen. Manche Dinge seien aber auch schneller umsetzbar. Dazu zählt der neue Ortsvorsteher beispielsweise ein offenes Bücherregal. „In anderen Stadtteilen gibt es das bereits, hier noch nicht.“ Mehrfach sei der Wunsch geäußert worden, ein derartiges Regal auch in Steinbach aufzustellen.
Solche Einrichtungen tragen zu einem regen Austausch im Stadtteil bei, ist sich Rupp sicher. Da könne Steinbach auf einer soliden Basis aufbauen, denn „wir haben eine wirklich tolle Dorfgemeinschaft“, findet der alteingesessene Steinbacher. Das habe sich schon im vergangenen Jahr anlässlich der 650-Jahr-Feier gezeigt. „Das war grandios, alle haben an einem Strang gezogen. So soll das auch in Zukunft sein.“ Vor allem die Vereine und Kirchengemeinden in Steinbach seien sehr aktiv. Erst kürzlich war der neue Ortsvorsteher beim singenden Spaziergang des Liederkranzes dabei. „Trotz der Hitze haben gut 70 Leute daran teilgenommen“, erzählt er. Der Zusammenhalt im Ort sei einmalig. Auch der Dorfplatz, der vor einigen Jahren eingeweiht wurde, habe deshalb bei den Bürgern viel Zuspruch erhalten. Dieses besondere Miteinander möchte Rupp gemeinsam mit dem Ortschaftsrat auch weiter stärken, etwa durch weitere Festivitäten im Ort.