Kretschmann: „Keine Vorgaben für das "gute Leben" machen“

dpa/lsw Stuttgart. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann zweifelt daran, dass die Menschen im Land ihr Verhalten für den Klimaschutz kurzfristig ändern. Er glaube aufgrund seiner Lebenserfahrung nicht, „dass die Menschen von heute auf morgen die Lust an Reisen oder Autos verlieren“, sagte der Grünen-Politiker der „Welt am Sonntag“. „Der Appell, das eigene Verhalten zu verändern, wird erst mal verhallen.“ Deshalb plädierten die Grünen für einen CO2-Preis mit gleichzeitiger Abschaffung der Stromsteuer und der Einführung eines Energiegelds. Das sei ein marktwirtschaftliches Instrument, das Anreize für klimafreundlicheres Verhalten beim Konsum und in der Produktion schaffe. Gleichzeitig würden Privathaushalte und Unternehmen entlastet.

Winfried Kretschmann (Bündnis90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Foto: Kay Nietfeld/Archivbild

Winfried Kretschmann (Bündnis90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Foto: Kay Nietfeld/Archivbild

„Die Aufgabe von Politik ist nicht, den Menschen Vorgaben für das "gute Leben" zu machen“, sagte Kretschmann. Politik müsse hingegen für den richtigen Rahmen sorgen und geeignete Anreize zu setzen, „um das Beste in uns zum Vorschein zu bringen“.

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Erstellt:
14. Juli 2019, 10:39 Uhr

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